Zahlungsarten im Onlineshop: Was Kunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz erwarten
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Wer einen Onlineshop für den deutschsprachigen Raum aufbaut, merkt schnell, dass die Kreditkarte hier nicht die erste Wahl ist. In Deutschland zahlen viele Kunden lieber per PayPal, auf Rechnung oder per Lastschrift, in Österreich gehört die eps-Überweisung zum gewohnten Bild, und in der Schweiz ist TWINT kaum wegzudenken. Ein Checkout, der nur Karten annimmt, verliert in allen drei Ländern Bestellungen, die eigentlich schon entschieden waren.
Dieser Leitfaden ist für den Moment kurz vor der Entscheidung gedacht: welche Zahlungsarten Sie anbieten sollten, worauf es bei der Wahl des Zahlungsanbieters ankommt und welche rechtlichen Pflichten den Bezahlvorgang betreffen. Einen einzigen besten Anbieter nennen wir nicht, weil die richtige Antwort davon abhängt, in welchen Ländern Sie verkaufen und auf welcher Plattform Ihr Shop läuft.
Welche Zahlungsarten nutzen Onlinekäufer in Deutschland?
Laut der EHI-Studie Online-Payment 2026, die die Umsatzanteile des Jahres 2025 auswertet, liegt PayPal mit 28,7 Prozent vorn, gefolgt vom Rechnungskauf mit 26,1 Prozent und der Lastschrift mit 14,4 Prozent. Kredit- und Debitkarten kommen zusammen auf 13,7 Prozent. Apple Pay wurde erstmals gesondert ausgewiesen und erreicht 1,3 Prozent.
Die Zahlen beschreiben Umsatzanteile, nicht die Zahl der Bestellungen, und sie gelten für den deutschen Markt insgesamt. Für Ihren Shop ist die Botschaft trotzdem eindeutig: PayPal und Rechnungskauf gehören in fast jeden Checkout, der sich an Endkunden in Deutschland richtet. Wer nur Karten anbietet, deckt einen kleinen Teil dessen ab, wie hier tatsächlich bezahlt wird.
Wie bietet man Kauf auf Rechnung ohne eigenes Risiko an?
Kauf auf Rechnung bedeutet, dass der Kunde die Ware erhält und erst danach zahlt. Das Ausfallrisiko trägt dabei zunächst der Händler. Die meisten Shops lagern es deshalb an spezialisierte Anbieter wie Klarna aus, die die Bonität prüfen, dem Händler den Betrag garantieren und das Inkasso übernehmen.
Für kleine Shops ist das fast immer der vernünftige Weg. Eigene Rechnungen zu stellen, Zahlungseingänge abzugleichen und Mahnungen zu verschicken kostet Zeit, und jeder Zahlungsausfall frisst die Marge mehrerer Bestellungen. Achten Sie beim Vergleich darauf, welche Gebühren der Anbieter für den Rechnungskauf verlangt, wie viele Kunden er ablehnt und wie die Ablehnung im Checkout dargestellt wird.
Was ist bei der Lastschrift zu beachten?
Die SEPA-Lastschrift ist bei Kunden beliebt, weil sie nur ihre IBAN angeben. Für Händler hat sie eine Eigenheit: Bei einer autorisierten SEPA-Basislastschrift kann der Kunde die Belastung innerhalb von acht Wochen ohne Angabe von Gründen zurückgeben lassen. Die Ware ist dann oft schon versendet.
Viele Zahlungsanbieter bieten die Lastschrift deshalb mit einer Zahlungsgarantie oder einer Risikoprüfung an. Ob sich das lohnt, hängt von Ihrem Warenkorb und Ihrer Kundschaft ab. Wichtig ist, die Rücklastschrift als normalen Vorgang einzuplanen und den Prozess dafür festzulegen, bevor der erste Fall eintritt.
Was ist aus giropay und Sofort geworden?
giropay wurde 2024 eingestellt, und Sofort ist inzwischen im Angebot von Klarna aufgegangen. Shops, die eines der beiden Logos noch im Checkout oder im Footer zeigen, sollten das bereinigen. Eine Zahlungsart, die beim Klick nicht mehr funktioniert, kostet Vertrauen genau in dem Moment, in dem der Kunde bezahlen will.
Als Nachfolger für die Zahlung direkt vom Bankkonto wird Wero genannt, die Lösung der European Payments Initiative. Sein Einsatz im Onlinehandel wird schrittweise ausgebaut. Fragen Sie Ihren Zahlungsanbieter, ob und ab wann er Wero unterstützt, statt es vorauszusetzen.
Was ist in Österreich anders?
In Österreich ist die eps-Überweisung eine verbreitete Zahlungsart im Onlinehandel. Der Kunde wird zum Bezahlen in das Online-Banking seiner eigenen Bank weitergeleitet und bestätigt dort die Überweisung. Der Händler erhält sofort eine Zahlungsbestätigung der Bank, und laut den Unterlagen der Sparkassen ist die eps-Zahlung garantiert und kann nicht einseitig widerrufen werden.
Wer aus Deutschland nach Österreich verkauft, sollte deshalb prüfen, ob der eigene Zahlungsanbieter eps unterstützt. Die übrigen Gewohnheiten ähneln dem deutschen Markt, PayPal und Rechnungskauf sind auch hier gefragt.
Was ist in der Schweiz anders?
In der Schweiz ist TWINT die Zahlungsart, an der kaum ein Onlineshop vorbeikommt. Der Kunde wählt TWINT im Checkout und bestätigt die Zahlung in der App, die sich automatisch öffnet, oder scannt einen QR-Code. TWINT richtet sich an Kunden mit Schweizer Bankkonto und ist damit vor allem für Shops relevant, die an Kunden in der Schweiz verkaufen.
Eingebunden wird TWINT in der Regel über einen Zahlungsanbieter, der es unterstützt. Klären Sie außerdem die Abrechnung in Schweizer Franken, die Zollabwicklung und die Mehrwertsteuer, denn die Schweiz gehört nicht zur EU, und die Zahlungsart ist dort nur ein Teil des Aufwands.
Welche rechtlichen Pflichten betreffen den Bezahlvorgang?
In Deutschland muss der Bestellbutton eindeutig auf die Zahlungspflicht hinweisen, etwa mit der Beschriftung „zahlungspflichtig bestellen“. So verlangt es § 312j BGB, die sogenannte Button-Lösung. Ein Button mit „Weiter“ oder „Bestellung absenden“ genügt nicht, und ein Vertrag kommt dann nicht wirksam zustande.
Dazu kommen das Impressum nach dem Digitale-Dienste-Gesetz (DDG) und eine Widerrufsbelehrung, denn Verbraucher haben bei Onlinekäufen grundsätzlich ein Widerrufsrecht von 14 Tagen. Bei Kartenzahlungen schreibt die EU-Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 zudem in den meisten Fällen eine starke Kundenauthentifizierung vor, in der Praxis über 3-D Secure. Zahlungsanbieter prüfen den Shop vor der Freischaltung, und fehlende Pflichtangaben verzögern sie. Unser Leitfaden, wie Sie einen Onlineshop starten, ordnet diesen Schritt in den gesamten Ablauf ein.
Was sollten Sie einen Zahlungsanbieter vor dem Vertrag fragen?
Fragen Sie, welche Zahlungsarten in Ihren Zielländern aktiv sind, ob Rechnungskauf und Lastschrift mit Zahlungsgarantie möglich sind, wie das vollständige Gebührenverzeichnis aussieht, wann das Geld auf Ihrem Konto ist, ob es ein gepflegtes Plugin für Ihre Shop-Plattform gibt und wie Erstattungen und Rückbuchungen ablaufen. Lassen Sie sich die Antworten schriftlich geben.
Fragen Sie auch, ob die Zahlungsseite beim Anbieter gehostet wird. Gibt der Kunde seine Kartendaten auf einer solchen Seite oder in eingebetteten Feldern des Anbieters ein, sieht Ihr Server die Kartennummer nie, und Ihr Shop fällt nach PCI DSS in der Regel unter den kürzesten Selbstbewertungsfragebogen, SAQ A. Ihre Website bleibt trotzdem in der Verantwortung und muss aktuell gehalten und über HTTPS ausgeliefert werden.
Wenn Sie den Bezahlvorgang von Anfang an sauber eingerichtet haben möchten, umfasst unser Onlineshop-Service Gestaltung und Entwicklung des Shops, die Anbindung lokaler und internationaler Zahlungsanbieter, die Einrichtung von Produkten und Bestellungen sowie die Betreuung nach dem Start. Sagen Sie uns, in welche Länder Sie verkaufen, und wir sagen Ihnen, was Ihr Checkout braucht.